Tagebuch

Drei Nächte für „Nachtbus M41“

Unser Studio liegt in einem Keller in Wedding, direkt über einem alten Heizungsrohr. Tagsüber hört man davon nichts. Nachts, wenn das Haus still wird, rauscht es leise mit. Jonas wollte es zuerst unbedingt loswerden.

In der ersten Nacht haben wir also alles abgedichtet, was sich abdichten ließ. Der Song klang danach sauber, aber auch völlig leblos. In der zweiten Nacht haben wir ihn noch einmal neu aufgenommen, schneller, mit Schlagzeug. Das war noch schlimmer.

In der dritten Nacht habe ich ihn einfach mit der Gitarre eingesungen, einmal durch, ohne Abdichtung. Das Rauschen klingt jetzt wie ein Bus im Leerlauf. Genau diese Aufnahme ist auf dem Album gelandet.

Manchmal muss man drei Nächte investieren, um zu lernen, dass der erste Einfall der richtige war.